Temel Kahyaoglu im Gespräch mit Rüdiger Friedrich

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Temel Kahyaoglu, Chief Analyst TGOA, im Gespräch mit Rüdiger Friedrich, technischer Leiter bei eggheads, über PIM als SaaS

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Diplom-Ökonom Rüdiger Friedrich ist bei den eggheads als technischer Leiter für die Bereiche Projekte, Service & Support verantwortlich. Vor seinem Start bei den eggheads hat er sich mit der Entwicklung von Selbstbedienungskomponenten bei Finanz Informatik GmbH in Hannover beschäftigt. Anschließend wechselte er zu TUI Deutschland GmbH in Hannover, wo er im Laufe der Jahre mehrere Führungspositionen im IT-Management durchlief.

Für erfolgreiches und zielgerichtetes Omnichannel-Marketing kommen Unternehmen heute ohne entsprechende Lösungen nicht mehr aus. PIM- und MAM-Systeme sind in aller Munde. Was aber, wenn keine Ressourcen im Unternehmen vorgehalten werden können, um solche Systeme zu betreiben? Wenn das Budget für eine Software-Lizenz noch nicht ausreicht? Oder wenn das vorhandene Produktsortiment noch im Aufbau ist? Lesen Sie, wie eggheads diese und weitere Problemstellungen mit seiner flexiblen SaaS-Variante löst.

Herr Friedrich, was beschreibt der Begriff Software as a Service?
Um Software zu betreiben, wird auch die entsprechende Systemlandschaft, IT-Infrastruktur und das Know-how, diese zu bedienen und zu warten, benötigt. Nicht jeder Kunde kann und will das. Das Modell „Software as a Service“, kurz SaaS genannt, basiert auf dem Grundsatz, dass Software und auch die IT-Infrastruktur bei einem externen Dienstleister betrieben und vom Kunden als Dienstleistung genutzt werden. Der Zugriff auf die Software wird dann zum Beispiel über Webbrowser realisiert. Das heißt der Kunde bekommt alles aus einer Hand: Software, Installation, benötigte Hardware, Wartung, Updates et cetera. Alles wird als Service zur Verfügung gestellt, ist sofort betriebsbereit und hochverfügbar. Für den Kunden bedeutet das, dass er weder selbst Hardware anschaffen noch das Know-how zum Betrieb solcher Systeme aufbauen und vorhalten muss.

Warum bietet es sich gerade bei PIM an, eine SaaS-Lösung zu verwenden?
PIM ist inzwischen kein Fremdwort mehr. Unternehmen aller Branchen und Unternehmensgrößen beschäftigen sich mit dem Thema und erkennen den Nutzen von PIM-Systemen. Die Breite der Zielgruppe wird größer, die Nachfrage nach flexiblen Lösungen wächst. Software-Projekte sind immer noch im Verruf, dass sie mit hohen Kosten, viel Zeit und großem Ressourcenaufwand umgesetzt werden. Unsere SaaS-Kunden wollen aber Lösungen, die schnell umsetzbar, flexibel in der Handhabung, an zukünftige Veränderungen anpassbar sind und wenig Ressourcen benötigen. Denken Sie zum Beispiel an ein Start-up-Unternehmen im Omnichannel-Handel. Eine PIM-Lösung ist absolut notwendig, oft scheitert es aber am Budget oder an fehlenden Ressourcen. Hierfür ist PIM als SaaS-Lösung optimal für den Einstieg geeignet. Der Kunde kann klein starten, angepasst an sein Budget und seine Anforderungen. Aufgrund der hohen Skalierbarkeit der SaaS-Lösung kann er dann bei wachsendem Geschäft die Nutzung ausbauen, weitere Module hinzunehmen oder sogar auf eine eigene Lizenz umsteigen. Letztendlich erschließen wir uns damit auch neue Zielgruppen und stellen uns breiter auf.

Welche Stadien durchlief die Entwicklung Ihrer SaaS-Lösung für PIM bis zur Marktreife und was waren die größten Herausforderungen?
Die Idee, unsere Software als SaaS-Lösung anzubieten, stand schon länger im Raum. Neben der Suche nach einem geeigneten und verlässlichen Rechenzentrum als Partner hat unser SaaS-Modell verschiedene Stadien durchlaufen. Von der ersten Idee, der Entwicklung eines Prototyps und der ersten Nutzung im Vertrieb und Anpassungen bis hin zum ersten Kundenmodell haben wir die Lösung in drei bis vier Monaten zur Marktreife gebracht. Dabei war uns sehr wichtig, dass wir eine vollständige Lösung haben, die sofort einsatzbereit ist. Eine der größten Herausforderungen war dann tatsächlich nicht die technische Komponente, sondern eher die Konzipierung eines passenden Vertragswerkes, das sich doch deutlich vom klassischen Lizenzkauf unterscheidet. Aber auch die Suche nach einem verlässlichen Partner hat einige Zeit in Anspruch genommen, schließlich wollten wir keine Kompromisslösung, sondern strebten eine ausbaufähige und zukunftssichere Partnerschaft an.

Viele Unternehmen kaufen Software auf traditionelle Weise. Durch welche Eigenschaften punktet Ihre Lösung?
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die SaaS-Lösung eine Variante ist, unsere Standardsoftware zu nutzen. Sie ersetzt nicht den traditionellen Software-Kauf, der auch weiterhin einen Schwerpunkt bildet. Kunden haben bei uns die Möglichkeit, die Software auf verschiedene Weise zu beziehen: über den klassischen Lizenzkauf, per Leasing oder eben jetzt als SaaS-Lösung. Die Vorteile der SaaS-Lösung liegen zum einen darin, dass der Kunde alles aus einer Hand bekommt und kein umfangreiches Know-how aufbauen und vorhalten muss. Der Kostenfaktor spielt auch eine Rolle, da die Anfangsinvestition überschaubar ist und aufgrund der Skalierbarkeit dem Kunden hohe Flexibilität gegeben wird.

Wie beeinflusst die Unternehmensgröße des Kunden die Entscheidung, ob SaaS angewendet werden sollte?
Generell ist Saas eine Option, die für alle Unternehmensgrößen geeignet ist. Schaut man sich aber die unterschiedlich umfangreich vorhandenen Systemlandschaften und das IT-Wissen in Unternehmen an, wird schnell klar, dass die Unternehmensgröße tatsächlich einen Einflussfaktor haben kann. Hat ein Unternehmen beispielsweise eine eigene IT-Abteilung, die 24 Stunden und sieben Tage ohne zusätzliches Personal auskommt, werden die Vorteile kleiner. In der Regel haben Unternehmen aus dem Mittelstand ein solches Know-how. Auf Konzernebene sieht es dann nochmals anders aus, denn große Unternehmen haben häufig sogar eigene Rechenzentren. Folglich sind kleinere Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung oder Start-up-Unternehmen, die noch im Aufbau sind, die Kunden, für die das SaaS-Modell sehr sinnvoll ist. Wir haben aber auch Kunden, die durchaus über eigene IT-Abteilungen verfügen und trotzdem mehr und mehr in Richtung SaaS gehen, denn ein hochprofessionelles Rechenzentrum bringt einen enormen Sicherheitsvorteil mit sich. So oder so, kommt es immer auf die Prioritäten und die Anforderungen des jeweiligen Kunden an, ob er sich eher für die SaaS-Lösung oder den Lizenzkauf entscheidet.

Entscheider diskutieren, ob der Wechsel in die Cloud Bedenken rechtfertigt. Wie überzeugen Sie Unentschlossene?
Der Begriff Cloud hat immer noch den Beigeschmack von Sicherheitsverlust, insbesondere dann, wenn es um sensible Daten geht. Ein wesentlicher Vorteil unserer SaaS-Lösung ist der Betrieb über zertifizierte Rechenzentren mit einem Sicherheitsstandard, der vom Kunden selbst nur mit großem Aufwand hergestellt werden kann. Es ist an der Stelle auch falsch zu glauben, dass die Daten weltweit abgelegt werden. Denn sie werden nur im beauftragten Rechenzentrum gespeichert. Auch muss bei der SaaS- oder Cloud-Lösung weniger Know-how im eigenen Haus vorgehalten werden, was zu Entlastung von Ressourcen führt. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Skalierbarkeit unserer SaaS-Lösung. Das heißt der Kunde kann die Nutzung sehr flexibel an veränderte Bedingungen anpassen, beispielsweise in Spitzenzeiten die Nutzung hochfahren, um sie dann wieder auf ein niedrigeres Niveau herunterzusetzen.

Wie läuft der Wechsel von einem herkömmlichen PIM zu SaaS in der Praxis?
Die SaaS-Variante ist eine Ergänzung unseres Dienstleistungsportfolios, mit dem wir auf die Marktanforderungen im Zuge der Digitalen Transformation reagieren. Kunden können auch weiterhin unsere Software-Lösungen On-Premise kaufen und auf ihren eigenen Systemen betreiben. Unabhängig davon, ob ein Kunde vom herkömmlichen PIM zu SaaS wechselt oder sich als neuer Kunde von vornherein für die SaaS-Variante entscheidet, laufen Projekte in der Implementierungs- beziehungsweise Umstellungsphase ähnlich ab wie auch beim klassischen Lizenzkauf. Es wird ein System aufgebaut, Testdaten werden eingespielt, gemeinsame Testläufe mit dem Kunden durchlaufen bis hin zur funktionellen Abnahme durch den Kunden. Vorhandene Systeme, die es abzulösen gilt, werden zu einem vereinbarten Zeitpunkt gestoppt, die Daten gesichert und im neuen System eingespielt. Es folgt ein finaler Abnahmetest mit dem Kunden.

Support spielt gerade beim Umstieg zu neuer Software eine maßgebliche Rolle. Welchen Service haben Sie in Ihr Angebot implementiert?
Wir entwickeln zu 100 Prozent Standardsoftware, wodurch die Software mit einem sehr überschaubaren Support-Team wartbar bleibt. Unser Support-Team ist zu den üblichen Zeiten über Ticketsystem telefonisch und per E-Mail zu erreichen. Bei der SaaS-Lösung kommt ja mit dem Rechenzentrum eine neue Komponente ins Spiel, die wir beim klassischen Betrieb über eigene Server nicht haben. Allerdings ist dies auch ein Vorteil für uns und unsere Kunden, denn das Rechenzentrum überwacht die Hardware über 24 Stunden an sieben Tagen die Woche.

Wie ist das Kundenfeedback bisher? Analysieren Sie das Nutzerverhaltens live?
Das Kundenfeedback ist durchweg positiv. Man kann klein starten und wachsen, ohne die Investitionen zu gefährden. Generell analysieren wir das Nutzerverhalten unserer Kunden nicht. Wir stehen mit unseren Kunden in sehr engem Kontakt und bauen von Anfang an auf die bewährte partnerschaftliche Zusammenarbeit. Dadurch bekommen wir offenes und konstruktives Feedback, das uns hilft, Veränderungen herbeizuführen und uns stetig zu optimieren.

Welche weiteren Pläne haben Sie zum Thema PIM als SaaS?
Technisch gesehen sind die Pläne für SaaS für uns abgeschlossen, wir haben einen sehr guten Partner gefunden und erste Kundenprojekte umgesetzt. Als Nächstes wünschen wir uns, dass viele weitere Kunden von der SaaS-Lösung überzeugt sind und sich bei uns melden.


Hersteller

eggheads ist mit der eggheads Suite einer der führenden Anbieter von Standardsoftware im Bereich Produktinformationsmanagement (PIM). Vom Stammdaten- über Medien-Management bis hin zur Katalogproduktion werden alle Prozesse durchgängig in einem System unterstützt.

eggheads GmbH
irmgard.herz@eggheads.de
eggheads.de

 

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