ZUKUNFTSGESTALTER

Interview mit Dirk Schapeler, Leiter LifeScience iHub bei Bayer

VON CHRISTIAN PECHER

Kreatives entsteht durch die Verbindung auseinanderliegender Pole. Das Bayer LifeScience iHUB verschmilzt deshalb sein Know-how mit dem flirrenden Erfindergeist der Tech-Branche im Silicon Valley. Wie das Innovationszentrum arbeitet, welche Chancen der Hightech-Standort bietet und welche digitalen Lösungen wir erwarten dürfen, erklärt uns Dirk Schapeler, Leiter LifeScience iHUB bei Bayer.

Bitte erläutern Sie die Idee hinter dem Bayer LifeScience iHUB im Silicon Valley.
Bayer hat das LifeScience iHUB im Jahr 2015 etabliert, um Kollaborationen mit Tech-Firmen zu schmieden. Die Idee ist es, Anwendungen für innovative Sensoren, künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen sowie digitale Apps für die Human- und Tiermedizin sowie die Landwirtschaft zu identifizieren.
Das iHUB verbindet dabei Tech-Start-ups, Universitäten und Forschungsinstitute mit Teams von Bayer. Gemeinsam haben diese zahlreiche Möglichkeiten, digitale Lösungen zu entwickeln, die die Kunden von Bayer in allen drei Divisionen –  Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science – dabei unterstützen, beispielsweise bessere Behandlungen für Patienten zu bieten oder Ernteerträge von Landwirten nachhaltig zu steigern.

Worin liegt die Bedeutung für Bayer?
Bayer fördert digitale Innovationen im Gesundheitsbereich und in der Landwirtschaft. Das LifeScience iHUB ist eine von mehreren Initiativen, die es Bayer ermöglichen, digitale Technologien für die Life-Science-Geschäfte zu nutzen. Neue Technologien werden für den zukünftigen Erfolg von Bayer immer wichtiger. Deshalb bauen wir Kompetenzen im Digitalen auf, vor allem mit externen Partnern. Wir suchen nach digitalen Innovationen in allen Entwicklungsphasen, das heißt von Ideen und jungen Projekten über Prototypen bis hin zu fertigen Lösungen.

Sie haben das Silicon Valley als Standort für das Innovation Center gewählt. Wie sind Sie zu dieser Entscheidung gekommen und welche Vorteile ergeben sich hieraus?
Das LifeScience iHUB befindet sich innerhalb der Singularity University auf dem Campus der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Die Lage ist ein entscheidender Faktor, und das Silicon Valley ist einer der global bedeutendsten Hightech-Standorte, hier sind einige der weltbesten Technologieunternehmen angesiedelt.
Für uns war klar, wir wollen mitten drin sein. Der Vorteil ist, dass Bayer die neuesten Trends und Technologien frühzeitig erkennen, nutzen und potentiell gestalten kann. Wir können das Know-how der führenden Experten unter den Fakultätsmitgliedern der Singularity University schnell nutzen und mit kreativen Unternehmern und Leuten interagieren, die unkonventionell denken.

Sie arbeiten mit Tech-Start-ups, Unis und Forschungseinrichtungen zusammen, um digitale Lösungen für die Life-Science-Geschäfte von Bayer zu entwickeln. Was sind in diesen Bereichen die jeweils größten Herausforderungen?
Unser Fokus liegt auf digitalen Tools und Ideen, und das beinhaltet auch die sehr schnelle Einführung von neuen Technologien. Die Life-Science-Industrie ist an sehr lange Lebenszyklen gewöhnt, im Durchschnitt dauert es beispielsweise zwölf Jahre, um ein neues Medikament zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, während der Launch eines neuen Smartphones weniger als ein Jahr braucht. Insofern kollidieren hier zwei Welten, und die Herausforderung besteht darin, diese zusammenzubringen, um die Zukunft der Human- und Tiermedizin sowie der Landwirtschaft zu gestalten.

Wie gestaltet sich der Innovationsprozess von der Idee bis zum Marktstart?
Ideen kommen aus internen und externen Quellen, sie kommen sozusagen unaufgefordert oder auch als Teil eines zu lösenden Problems oder einer Geschäftsinitiative. Unser Team nutzt dann unser Netzwerk und den Schatz aus Lösungen und Ideen, auf die wir täglich im Silicon Valley treffen, und versucht, Partner zu identifizieren und ein Gespräch zu beginnen. In den meisten Fällen ist der erste Partner nicht der richtige, aber deshalb ist es entscheidend, Teil des Silicon Valley-Ökosystems zu sein, mit seiner Kultur,  sich gegenseitig zu helfen und sich mit jemandem zu verbinden, der die Lösung finden könnte. Wir tun dasselbe für andere, und das hat gut geklappt.
Sobald wir einige potentielle Lösungen haben, bauen wir diese mit unserem Team und in den meisten Fällen in Kombination mit Partnern aus. Abhängig von den gesuchten Fähigkeiten können unsere Partner aus der ganzen Welt kommen. Wir schlagen dem Senior Business-Stakeholder dann ein erstes Konzept vor und suchen dessen Buy-in und Support. Erst dann würden wir weitermachen und mit der eigentlichen Entwicklung fortfahren. Projekte können sechs bis 18 Monate dauern.

Ein Fokus Ihrer Arbeit liegt auf der Entwicklung von Lösungen, die auf „Deep Learning“ und Künstlicher Intelligenz basieren. Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich damit?
Diese Technologien stecken noch in den Kinderschuhen. Doch gerade jetzt ist es wichtig, hier den Anschluss nicht zu verpassen. Wir müssen verstehen, wozu diese Technologien heute in der Lage sind – was übrigens nicht besonders viel ist –, aber vor allem, wozu sie in zwei bis fünf Jahren fähig sein werden. Die Entwicklungen sind blitzschnell, und wir haben gerade erst angefangen zu begreifen, was heute machbar ist. Wir müssen groß genug denken, um den Auslöser für noch spannendere Anwendungen zu drücken, sobald die Technik dafür reif genug ist. Die Optimierung von Behandlungen mit Sensoren, welche Körperposition, EKG, Herzfrequenz, Körpertemperatur und Sauerstoffpegel kontinuierlich, 24 Stunden am Tag messen und diese Daten dann analysieren, um zukünftig Gesundheitsereignisse viel früher vorherzusagen, ist ein Beispiel, an dem wir erfolgreich gearbeitet haben und welches immense Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung haben wird.

Ihre Produkte bieten Menschen auf der ganzen Welt ein besseres Leben. Inwiefern motiviert Sie das in Ihrer Arbeit?
Mit unseren innovativen Produkten tragen wir zur Lösung großer Herausforderungen unserer Zeit bei. Die immer älter werdende und wachsende Weltbevölkerung benötigt neue und bessere Medikamente sowie eine ausreichende Versorgung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln.
Daher konzentrieren wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Erhöhung der Lebensqualität von Menschen durch die Vorbeugung, Linderung und Heilung von Krankheiten.
Zugleich leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer zuverlässigen Versorgung mit qualitativ hochwertigen Nahrungs- und Futtermitteln sowie pflanzlichen Rohstoffen.  Ich glaube, dass Wissenschaft und Technologie in den nächsten 20 Jahren eine bessere Lebensqualität für alle Menschen bieten können. Das bestärkt und macht mich glücklich und ist zudem eine große Motivation für mich.

Was sind die nächsten technologischen Meilensteine im Bereich Life Science?
Es wird sich alles um die Wissenschaft von Daten drehen und überall Sensoren geben.

bayer.de


Dirk Schapeler

Dirk Schapeler ist Vice President Digital Innovation für Nordamerika bei Bayer. Das Bayer LifeScience iHUB im Silicon Valley wurde von ihm im Jahr 2015 gegründet. Als Ingenieur für Elektronik und Mechanik studierte er in Karlsruhe und besitzt mehr als 13 Patente. Dirk Schapeler arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten in den Bereichen Automotive, Material Science und Healthcare in den USA, Deutschland, Frankreich und Mexiko. Jetzt konzentriert er sich auf die Digitalisierung der Pharma-, Konsum- und Crop Science-Industrie.


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brandmaker.com

Bildnachweis: Bayer

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